Die Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe (Restriction of the use of certain hazardous substances, RoHS) hat ihren Ursprung in einer Europäischen Richtlinie, die die Verwendung von sechs Stoffen in Elektro- und Elektronikgeräten beschränkt. Der Geltungsbereich der RoHS-Richtlinie in der EU nimmt zu, und andere Rechtssysteme wie z.B.in China haben ähnliche Beschränkungen verabschiedet.


Europäische Union

 

Die EU hat die Richtlinie zur Beschränkung gefährlicher Stoffe (2002/95/EC) (Restriction of Hazardous Substances, RoHS) im Jahre 2003 verabschiedet; am 1. Juli 2006 trat sie in Kraft.  Richtlinie 2011/65/EC („RoHS 2“ oder „RoHS-Neufassung“), die die ursprüngliche Richtlinie ersetzt hat, ermöglicht die Aktualisierung der Liste der reglementierten Chemikalien und der Ausnahmen; zudem enthält sie Vorkehrungen zur RoHS-Harmonisierung mit anderer EU-Gesetzgebung, darunter REACH.

 

RoHS reglementiert die Verwendung von sechs Substanzen in elektrischen und elektronischen Geräten (Electrical and Electronic Equipment, EEE). Für reglementierte Substanzen gilt in homogenen Materialien ein toleriertes Konzentrationsmaximum bezogen auf das Gewicht:
  • Cadmium (0,01 %)
  • Sechswertiges Chrom (0,1 %)
  • Blei (0,1 %)
  • Polybromierte Biphenyle (PBB) (0,1 %)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE) (0,1 %)
  • Quecksilber (0,1 %)

In Zukunft werden möglicherweise noch weitere Substanzen Beschränkungen unterliegen.  Vorrangige Substanzen für eine mögliche Ergänzung sind Hexabromcyclododecan (HBCDD), Diethylhexylphthalat (DEHP), Butylbenzylphthalat (BBP), Dibutylphthalat (DBP) und Diisobutylphthalat (DIBP).

Die maximal zulässigen Konzentrationen gelten für jedes homogene Material in dem betreffenden Produkt, d. h. die Grenzwerte beziehen sich nicht auf das Gewicht des Fertigprodukts und auch nicht auf eine Einzelkomponente, sondern auf jedes Material in dem Produkt, das durch mechanische Vorgänge wie Abschrauben oder Abschneiden nicht in unterschiedliche Materialien zerlegt oder aufgeteilt werden kann.

Verantwortlich für die Compliance ist die Partei, die das EEE in der EU auf den Markt bringt.  Dazu gehören Hersteller von EEE, wobei auch den Importeuren, Distributoren und autorisierten Vertretern gewisse Verpflichtungen obliegen.  Da die Beschränkungen jedoch auf der Ebene des homogenen Materials ansetzen, müssen Angaben zu Substratkonzentrationen durch die Lieferkette weitergegeben werden, sodass Lieferanten von Material und Komponenten ihren Kunden gegenüber die RoHS-Konformität zertifizieren müssen.

Die CE-Markierung ist eine zulässige Kennzeichnung der RoHS-Konformität.  Ein mit der CE-Markierung verkauftes Produkt muss die RoHS-Anforderungen erfüllen (darüber hinaus auch andere mit der CE-Markierung einhergehende Anforderungen).

Elektrische und elektronische Geräte (EEE)

Die RoHS-Richtlinie erstreckt sich auf folgende Kategorien elektrischer und elektronischer Geräte (EEE):

  • Geräte der Unterhaltungselektronik
  • Beleuchtungskörper
  • Elektrische und elektronische Werkzeuge
  • Spielzeug sowie Sport- und Freizeitgeräte
  • Medizinprodukte
  • Automatische Ausgabegeräte
  • IT- und Telekommunikationsgeräte
  • Haushaltskleingeräte
  • Haushaltsgroßgeräte
  • Weitere EEE, die nicht in eine der oben genannten Kategorien fallen
  • Überwachungs- und Kontrollinstrumente, einschließlich Überwachungs- und Kontrollinstrumente von Industrieanlagen

Folgende Ausrüstung ist ausdrücklich von der Richtlinie ausgenommen:

  • Ortsfeste industrielle Großwerkzeuge
  • Ortsfeste Großanlagen
  • Die meisten Transportmittel für Personen oder Güter
  • Geräte, die für den Einsatz im Weltraum vorgesehen sind
  • oder nicht in den RoHS-Geltungsbereich fallen
  • Aktive implantierbare medizinische Geräte
  • Bewegliche Maschinen, die nicht straßengebunden sind und ausschließlich der professionellen Nutzung dienen
  • Spezialgeräte, die ausschließlich der Forschung und Entwicklung dienen und nur auf B2B-Basis bereitgestellt werden
  • Bestimmte Geräte, die speziell als Teil eines von RoHS ausgenommenen Geräts vorgesehen sind und als solches eingebaut werden 
  • Geräte, die erforderlich sind für den Schutz der grundlegenden Interessen der Sicherheit von Mitgliedstaaten, einschließlich Waffen, Munition und Kriegsmaterial, das ausschließlich für militärische Zwecke vorgesehen ist
  • Photovoltaikmodule zur Verwendung in einem System, das von Fachleuten entworfen, zusammengestellt und zur dauerhaften Nutzung an einem bestimmten Standort installiert wurde, um aus Sonnenlicht Energie zu gewinnen, die in öffentlichen, geschäftlichen und industriellen Bereichen sowie in Privatwohnungen genutzt wird

Zudem gibt es ein Verfahren zur Beantragung von Ausnahmen für spezielle Anwendungen; viele dieser Ausnahmen wurden bisher bewilligt.  Die ausgenommenen Anwendungen sind in Anhang III und Anhang IV der geltenden Richtlinie aufgeführt.

Hersteller von EEE

Hersteller, die EEE auf den Markt bringen, sind generell zu Folgendem verpflichtet:

  • Sie müssen sicherstellen, dass die Geräte in Übereinstimmung mit den RoHS-Anforderungen in Absatz 4 entworfen und hergestellt worden sind.
  • Sie müssen eine technische Dokumentation erstellen, eine Konformitätserklärung beifügen und das Fertigprodukt mit der CE-Markierung versehen.
  • Sie müssen die technische Dokumentation und die Konformitätserklärung 10 Jahre, nachdem das EEE auf den Markt gebracht wurde, aufbewahren.
  • Sie müssen ein Verzeichnis von nicht konformen EEE und Produktrückrufen führen und Distributoren darüber auf dem Laufenden halten.
  • Sie müssen sicherstellen, dass das EEE eine Typen-, Chargen- oder Seriennummer oder ein anderes Element zur Identifizierung trägt bzw., wenn Größe oder Beschaffenheit des EEE eine solche Kennzeichnung nicht zulassen, die erforderlichen Angaben auf der Verpackung oder auf einem Begleitdokument zum EEE ausweisen.
  • Sie müssen ihren Namen, ihren registrierten Handelsnamen oder ihre registrierte Handelsmarke und die Adresse, unter der sie zu erreichen sind, auf dem EEE verzeichnen bzw., wo das nicht möglich ist, die entsprechenden Angaben auf der Verpackung oder auf einem Begleitdokument zum EEE ausweisen.
  • Sie müssen, falls sie ein nicht-konformes EEE auf den Markt bringen, umgehend die nötigen Korrekturmaßnahmen einleiten, um die Konformität des EEE herzustellen, müssen es zurückziehen oder zurückrufen, falls erforderlich, und umgehend die zuständigen nationalen Behörden informieren.

Bei einem importierten Produkt legt die Richtlinie die Verpflichtungen des Importeurs dar; sie ähneln den Anforderungen, die an einen Hersteller in der EU gestellt würden (wenn das Produkt in der EU hergestellt würde).

Bei Avery Dennison ADvantage sind folgende Materialien und Informationen verfügbar: Die Website „Complete Compliance“ dient nur der Information und soll keine Rechtsfragen beantworten.


Kalifornien

 

Kalifornien hat ein RoHS-ähnliches Gesetz (CA RoHS).   CA RoHS ist bindend für alle, die ein abgedecktes Elektronikgerät (Covered Electronic Device, CED) in Kalifornien verkaufen oder zum Verkauf anbieten.  Das betrifft Hersteller, Distributoren, Großhändler und Einzelhändler, die in Kalifornien entsprechende Geräte verkaufen.

CA RoHS ist an die RoHS-Gesetzgebung der EU angelehnt, allerdings gibt es auch wichtige Unterschiede.

  EU RoHS  CA RoHS
  • Während sich die RoHS-Richtlinie der EU auf eine breite Palette von Elektro- und Elektronikgeräten bezieht, sind die Einschränkungen nach CA RoHS auf abgedeckte Elektronikgeräte begrenzt, zu denen bestimmte Bildausgabegeräte gehören, die im Regelwerk des Amtes für Sondermüll (DTSC) aufgeführt sind.
  • CA RoHS-Bestimmungen reglementieren die Verwendung von Blei, Quecksilber, Cadmium und sechswertigem Chrom in bestimmten elektronischen Geräten.
    • Im Gegensatz zu EU RoHS reglementiert CA RoHS nicht die Verwendung zweier bromierter Flammschutzadditive, nämlich polybromierter Biphenyle (PBBs) und polybromierter Diphenylether (PBDEs).

Hersteller elektronischer Geräte, für die CA RoHS gilt, müssen dem kalifornischen Amt für Materialrecycling und -wiedergewinnung (Department of Resources Recycling and Recovery) bis zum 1. Juli eines Jahres die im vorhergehenden Kalenderjahr verkauften Geräte melden.

CA RoHS gilt nur für abgedeckte elektronische Geräte, die an dem Datum oder nach dem Datum, an dem die kalifornischen RoHS-Richtlinien erstmals für die betreffenden Geräte gültig wurden, hergestellt worden sind.

Abgedeckte elektronische Geräte

Gemäß CA RoHS ist ein abgedecktes elektronisches Gerät ein Bildausgabegerät mit einem Bildschirm, der größer ist als 4 Zoll in der Diagonale, und das in den DTSC-Bestimmungen als ein Gerät eingestuft wird, das bei der Entsorgung als Sondermüll gilt.

  • Ein Bildausgabegerät ist ein elektronisches Gerät, das auf einer Wiedergabefläche bewegliche Grafiken oder eine visuelle Darstellung von Bildsequenzen in so schneller wechselnder Folge anzeigt oder anzeigen kann, dass die Illusion einer Bewegung entsteht.  Falls zutreffend, erfasst diese Definition auch Geräte, die insofern ein fester Bestandteil des Ausgabegeräts sind, als sie nicht ohne Weiteres davon entfernt werden können.  Ein Bildausgabegerät kann eine Kathodenstrahlröhre (CRT), eine Flüssigkristallanzeige (LCD), einen Plasmabildschirm, digitale Lichtsteuerung oder andere Bildgebungsverfahren nutzen, ohne auf die hier genannten Verfahren beschränkt zu sein.

DTSC hat in seinen Richtlinien neun Kategorien abgedeckter elektronischer Geräte bestimmt und aufgelistet. In dieser Liste sind enthalten:

  • Geräte, die Kathodenstrahlröhren enthalten
  • Kathodenstrahlröhren
  • Computermonitore, die Kathodenstrahlröhren enthalten
  • Laptops mit Flüssigkristallanzeige
  • Desktop-Monitore mit Flüssigkristallanzeige
  • Fernsehgeräte mit Kathodenstrahlröhre
  • Fernsehgeräte mit LCD-Bildschirm
  • Plasmafernsehgeräte
  • Tragbare DVD-Player mit LCD-Bildschirm

Es gibt Ausnahmen für bestimmte Bildausgabegeräte, darunter:

  • ein Bildausgabegerät als Teil eines Motorfahrzeugs
  • ein Bildausgabegerät, das enthalten ist in oder Teil ist von technischen, geschäftlichen und medizinischen Geräten, einschließlich Überwachungs- und Kontrollvorrichtungen
  • ein Bildausgabegerät, das in folgenden Geräten enthalten ist: Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank, Gefrierschrank, Mikrowellenherd, herkömmlicher Herd oder Backofen, Geschirrspüler, Raumklimaanlage, Entfeuchter oder Luftreiniger

 

Bei Avery Dennison ADvantage sind folgende Materialien und Informationen verfügbar: Die Website „Complete Compliance“ dient nur der Information und soll keine Rechtsfragen beantworten.


China

 

Das der RoHS-Richtlinie in China entsprechende Gesetz ist die „Administration on the Control of Pollution Caused by Electronic Information Products“, das in China am 1. März 2007 in Kraft trat.  Auch wenn es als „China RoHS“ bekannt ist, weichen die Vorgaben erheblich von denen der RoHS-Richtlinie der EU ab und sind umfangreicher als diese.

In der China RoHS gibt es zwei Hauptgruppen von Anforderungen an elektronische Informationsprodukte (EIP):

  • Stoffbeschränkungen verbunden mit Prüfung vor Markteinführung und Compliance-Zertifizierung
  • Obligatorische Kennzeichnung und/oder Offenlegung von Informationen für alle am 1. März 2007 oder danach in Verkehr gebrachten EIP

Elektronische Informationsprodukte (EIP) umfassen:

 
  • Rundfunk- und Fernsehprodukte
  • Elektronische Spezialprodukte
  • Elektronikmaterialien und -zubehör
  • Elektronische Kommunikationsprodukte
  • Elektronische Radarprodukte
  • Produkte für elektronische Anwendungen
  • Computerprodukte
  • Elektronische Baugruppen und Bauteile
  • Heimelektronik
  • Elektronische Messgeräte

Das Verzeichnis „Electronic Information Products Classification and Explanations“ des chinesischen Ministeriums für Informationsindustrie („Catalogue“) bietet eine Auflistung von über 1800 genau bezeichneten EIP-Produkten, -Bauteilen und -Werkstoffen, die die Stoffbeschränkungen und Anforderungen an Kennzeichnung, Offenlegung von Informationen und Prüfung einhalten müssen.

Das Verzeichnis gibt Folgendes an:

  • Kategorien von Gefahrstoffen, deren Verwendung beschränkt ist
  • Produktkategorien
  • Zeitplan, in dem die genannten Produkte die Beschränkungen für Gefahrstoffe einhalten und die damit verbundene Prüfung vor Markteinführung und Compliance-Zertifizierung erfüllen müssen

Die China RoHS beschränkt die gleichen Chemikalien (mit dem gleichen Konzentrationsgrenzwert) wie die RoHS der EU:

  • Blei (0,1 %)
  • Quecksilber (0,1 %)
  • Cadmium (0,01 %)
  • Sechswertiges Chrom (0,1 %)
  • Polybromierte Biphenyle (PBB) (0,1 %)
  • Polybromierte Diphenylether (PBDE) (0,1 %)

Die Beschränkungen für Chemikalien sind in den Vorgaben „Requirements for Concentration Limits for Certain Hazardous Substances in Electronic Information Products“, SJ/T 11363-2006 enthalten.

Der Umfang der abgedeckten Artikel in China unterscheidet sich von dem der RoHS der EU, und die China RoHS lässt im Allgemeinen keine Ausnahmen zu.  Stattdessen beschränkt sie die Anwendbarkeit durch die Schaffung eines umfangreichen, maßgeblichen Produktkatalogs.

Etikettierung für China, Informationsweitergabe und Testanforderungen

In diesem Katalog aufgeführte elektronische Informationsprodukte (Electronic Information Products, EIP) müssen gemäß der Norm SJ/T11364-2006 („Kennzeichnung zur Kontrolle von Umweltverschmutzung durch elektronische Informationsprodukte“) mit Logos gekennzeichnet werden.

Wenn ein EIP nicht mehr als den maximalen Konzentrationswert (Maximum Concentration Value, MCV) einer beliebigen reglementierten Substanz enthält, muss es mit einem grünen „e“ gekennzeichnet werden. Wenn der Gehalt einer beliebigen reglementierten Substanz den MCV bei einem EIP übersteigt, muss die „umweltfreundliche Nutzungsdauer“ (Environment-friendly Use Period, EFUP) für das Produkt in der Kennzeichnung angegeben werden.  

  • Die EFUP ist die Dauer, in der die toxische Substanz, die in dem EIP enthalten ist, unter normalen Nutzungsbedingungen nicht austritt oder sich nicht verändert und dadurch nicht zu Umweltverschmutzung, Verletzungen oder Beschädigungen führt.
  • Die EFUP wird innerhalb des Logos als Anzahl von Jahren angegeben (z. B.50 = EFUP von 50 Jahren).
  • Es muss eine Tabelle mit den gefährlichen Substanzen und festgelegten Informationen bereitgestellt werden.

Komponenten, die zur Nutzung direkt durch einen Endverbraucher vorgesehen sind, müssen gekennzeichnet werden.  Lieferanten von Komponenten müssen die Kennzeichnung nicht selbst vornehmen, müssen dem Einkäufer aber alle erforderlichen Informationen zur Verfügung stellen.

In dem Katalog aufgeführte EIPs müssen vor der Markteinführung von einer zertifizierten chinesischen Prüfungsstelle getestet und zertifiziert werden.

  • Die von diesen Prüfungsstellen angewandten Testmethoden sind in der Norm SJ/T11365-2006 („Testmethoden für reglementierte Substanzen in elektronischen Informationsprodukten“) beschrieben.
  • Die Kennzeichnung gemäß der für China verpflichtenden Zertifizierung (China Compulsory Certification, CCC) ist für die EIPs in diesem Katalog erforderlich.  Zu den CCC-Anforderungen gehören Compliance-Tests gemäß China RoHS.  Die CCC fällt in den Zuständigkeitsbereich der chinesischen Regierungsbehörde für Zertifizierungen und Zulassungen (Certification and Accreditation Administration, CNCA).
  • Das Verfahren zur Beantragung einer CCC-Kennzeichnung umfasst Produkttests in zugelassenen Prüfstellen in China. 
  • Die in der chinesischen RoHS-Gesetzgebung erwähnten Verpackungsanforderungen beziehen sich auf eine verpflichtende nationale Norm zu Recycling-Kennzeichnungen auf Verpackungen (Packaging Recycling Marks, Norm GB 18455).  Verpackungsmaterialien müssen mit dem entsprechenden Recycling-Kennzeichen und der Bezeichnung des Verpackungsmaterials versehen sein.

Bei Avery Dennison ADvantage sind folgende Materialien und Informationen verfügbar: Die Website „Complete Compliance“ dient nur der Information und soll keine Rechtsfragen beantworten.


Andere Teile der Welt

 

Die Palette der einbezogenen Produkte weitet sich in manchen Regionen aus. Die EU und möglicherweise andere Mitspieler ergänzen die Liste der reglementierten Substanzen. Immer mehr Länder verabschieden gesetzliche RoHS-Vorschriften, die denen der EU ähneln.

Türkei
Die RoHS-Gesetze der Türkei traten im Juni 2009 in Kraft.  Die türkischen Vorschriften lehnen sich an die EU RoHS-Vorschriften an.

Eurasien
Die Eurasische Wirtschaftskommission (mit Russland, Kasachstan und Weißrussland) beriet 2014 über einen RoHS-Entwurf.  Der Entwurf enthält Bestimmungen, die denen der RoHS-Gesetzgebung der EU sehr ähnlich sind, fasst jedoch die Definition der einbezogenen Produkte enger.

Japan
In Japan sind Hersteller und Importeure bestimmter Arten von Elektronikgeräten verpflichtet, Informationen zu sechs Substanzen (dieselben wie in den RoHS-Vorschriften der EU) bereitzustellen.

  • Inhaltskennzeichnungen sollen anzeigen, ob der Gehalt der betreffenden Substanzen unter oder über den Normwerten liegt.
  • Die japanische Industrienorm JIS C 0950:2005 legt fest, welche Kennzeichnungen zu verwenden sind, um auf gefährliche chemische Substanzen in elektrischen und elektronischen Geräten hinzuweisen.

Südkorea
Das südkoreanische Gesetz zum Recycling von Elektro- und Elektronikgeräten und Fahrzeugen enthält Substanzbeschränkungen und maximale Konzentrationswerte (MCVs), die denen der RoHS-Vorschriften der EU entsprechen.  Es gibt auch Ausnahmen, die denen der EU RoHS-Vorschriften ähneln.  Allerdings ist die Palette der betroffenen Produkte enger gefasst als bei den EU RoHS-Vorschriften und beschränkt sich auf zehn festgelegte Arten von Konsumgütern:

  • Klimaanlagen
  • Fernseher
  • Kühlschränke
  • Waschmaschinen
  • Kopiergeräte
  • Drucker
  • Faxgeräte
  • PCs
  • Audio-Ausrüstung
  • Mobiltelefone (inkl. Batterien und Ladegeräte)

Indien
In Indien gelten RoHS-Vorschriften, die am 1. Mai 2014 in Kraft getreten sind, aber es ist nicht sicher, wie diese implementiert und durchgesetzt werden.  Die Vorschriften ähneln sehr denen der RoHS-Gesetzgebung der EU.